Tuesday, January 29, 2008

Bye bye Hindustan

Jetzt ist fertig. Der Blog ist ab sofort geschlossen. Ich verabschiede mich von den Indern.

Thursday, January 10, 2008

Inder of the day: Shah Rukh Khan

Shah Rukh Khan ist eigentlich schon seit Monaten auf der Anwaerterliste fuer den "Inder of the Day". Ich habe auch schon mehrmals zu schreiben begonnen, doch irgendwie fand ich nie die passenden Worte und liess es jeweils wieder sein. Jetzt habe ich im Magazin vom Tages Anzeiger einen kurzen Artikel ueber Shah Rukh Khan entdeckt:

Shah! Rukh! Khan!
von Oliver Meiler

Er singt, er tanzt, er schmachtet mit Indien. Indien ist Shah Rukh Khan.

Hier kommt er. Natürlich nicht leibhaftig. Das wäre zu viel, ja das wäre gefährlich. Das wäre, als würden Brad Pitt, George Clooney und Tom Hanks gemeinsam auftreten. Alle in einem. Die dreifaltige Heiligkeit Bollywoods!
Das ist Shah Rukh Khan, 42, Abkömmling einer muslimischen Mittelklassefamilie aus Delhi, Megastar der grössten Filmindustrie der Welt und vielleicht der grösste gemeinsame Nenner einer vielschichtigen, multireligiösen und multikulturellen Gesellschaft, einer Gesellschaft, die sich rasant verwandelt und daran fast zerbricht. Die Filme aus Bollywood sind das klassenloseste, das sinnstiftende Moment dieses Wandels.
SRK hängt in Übergrösse über dem Connaught Place in Delhi – auf einem Plakat seines neuen Films «Om Shanti Om»: viel Karma, viel Musik, viel Tanz. Käme er gleich um die Ecke, der Verkehr würde schnell kollabieren, das Gehupe der Dreiräder würde verstummen, selbst gekrümmte Bettler würden sich aufrichten. Nichts und niemand hat in Indien mehr Öffentlichkeit als dieser Mann.
Es gibt jetzt auch eine Biografie von ihm. «King of Bollywood» heisst das Buch, verfasst von Anupama Chopra, der berühmten Filmkritikerin. Es liest sich wie ein Gesellschaftsroman. Es erzählt die mafiosen Gepflogenheiten Bollywoods, mondäne Anlässe, Glamour. Und es erzählt den Aufstieg eines jungen Mannes, der mit ein paar Tausend Rupien und einem Freund von Delhi nach Mumbai reiste, den Lobbys und den bösen Auguren trotzte, als romantischer Loverboy Karriere machte, den Thron erklomm. «Er herrscht über die Stadt», schreibt Chopra.
Er herrscht über Indien, er verdrängt Realitäten. Shah Rukh Khan versuchte auch andere Rollen, böse, fiel damit aber immer durch. Alles Flops. Die Inder, quer durch alle Klassen, wollen ihn tanzen sehen und singen und schmachten für seine Liebe. Sie wollen träumen und vergessen. Mit SRK. Gleich kommt er um die Ecke. Ganz sicher.

Das Magazin, 51/2007

Naja, dachte ich mir, das ist schon so, aber irgendwie auch nicht der richtige Text. Mit Superlativen und Ausrufezeichen hatte ich es auch schon versucht. Aber Shah Rukh Khan ist irgendwie mehr als das...

Wer diesen Text in der Schweiz liest, merkt doch gar nicht wie es wirklich ist. Fast jeden Abend laufen Shah Rukh Khan Filme im Fernsehen. Kaum je ein Werbeblock ohne mindestens einen Spot mit Shah Rukh Khan. Shah Rukh Khan macht fuer fast alles Werbung wofuer Werbung gemacht wird: Pepsi, Whiskey, Kleider, Autos, Bank, Kosmetikzeugs, Uhren, Kabelfernsehen, Handys, Handyanbieter... Praktisch in jeder Strasse haengt irgendwo ein Film- oder Werbeplakat mit Shah Rukh Khan drauf. Sein groesster Film-Erfolg "Dilwale Dulhanya Le Jayenge" wird seit 12 Jahren ununterbrochen in den Kinos von Mumbai gezeigt. Der Soundtrack von seinem "Om Shanti Om" Film ist seit Wochen ueberall im Radio zu hoeren. Und wenn ich in einem staubigen Lehmhuettendorf ein Paeckli Biscuits esse, ist darauf Shah Rukh Khan abgebildet...

Die Inder nennen ihn nur "King Khan". Das "National Geographic Magazine" schrieb im Februar 2005 einen Bericht ueber Bollywood mit dem Titel "Shah Rukh Khan is God!"... Wie gesagt, nicht einfach, Worte zu finden fuer Shah Rukh Khan.

Shah Rukh Khan an der Arbeit: Irgend in einem Blumenfeld irgend einer Inderin-Schoenheit die Liebe erklaeren.

Shah Rukh Khan auf der Titelseite.

Shah Rukh Khan auf dem Werbeplakat.

Wednesday, January 2, 2008

Rumki's Wedding

1. Vorbemerkung: Rumki ist, wie soll ich sagen... die heisse Katze, the hot Chick, die Oberschnitte vom IISC Bangalore. Ihr versteht schon... Alle im IISC stehen ein bisschen auf Rumki... Wenn Rumki mit dem Scooter durchfaehrt, schaut man hin! Moeglich, dass Rumki der heimliche Grund fuer unsere sensationelle Finalqualifikation am IISC Fussballturnier war. Bekanntlich pflegt Rumki ja ein- oder zweimal pro Woche am Morgen zu joggen... auf der Rennbahn, die rund um unseren Trainingsplatz fuehrte. Wahrscheinlich waren deshalb die Trainings frueh am Morgen immer so gut besucht. Auch wenn es manchmal angeschissen hat, fuer das Training um 6h30 aufzustehen, die Moeglichkeit, dass Rumki heute am joggen ist, hat einem immer auf die Beine geholfen. (Moeglich auch, dass wegen ihr unsere Trainings ueberhaupt so frueh am Morgen waren...)

2. Vorbemerkung: Die Inder unterscheiden zwischen "Arranged Marriage" und "Love Marriage". "Arranged Marriage" ist gut, "Love Marriage" ist schlecht. "Love Marriage", das kann nichts sein, das ist etwas fuer Arme, Komische und Kastenlose. Wer etwas wert ist, macht "Arranged Marriage". Doch "Arranged Marriage" ist keine einfache Sache. Die Eltern kuemmern sich um die Suche und die Auswahl. Heutzutage ist dafuer natuerlich auch das Internet sehr beliebt...
Nicht nur muss der Kandidat/die Kandidatin den Eltern gefallen, sondern ein ganzer Rattenschwanz von weiteren Kriterien spielt eine ebenso wichtige Rolle bei der Auswahl: Herkunft und Muttersprache. Kaste und Unterkaste. Horoskop natuerlich, das ist sehr wichtig! Ausbildung... Mir wurde erklaert, dass ein Master of Engineering zB. nie eine Bachelor of Arts heiraten wuerde. Eventuell eine Bachelor of Science, das geht unter Umstaenden noch... Viele Eltern lassen ihre Toechter nur deshalb Informatik studieren, damit sie danach von einem Master of Engineering geheiratet werden. Die gelten auf dem Markt als die geilsten Boecke. Chlatsches Volk, diese Inder. Aber man muss sie lassen...

Wie auch immer, jedenfalls habe ich kuerzlich von meinem Schuttkollegen Gopal ein Mail bekommen:

From: Gopal Mondal
To: Stefan Staehli

Hi Stefan,
How are you? when will you come back? where are you now?

take care.

N.B. Rumki is looking for a boyfriend and she has given a add in Indian matrimonial site, comeback quickly :))

From: Stefan Staehli
To: Gopal Mondal

Hello Gopal

Hahahahaahaha.... I want to see that! Can you send me the link to Rumki's ad? Has Tanmoy already proposed?

Otherwise, I am still fine. I'm in Himachal Pradesh now. I'll be back in January.

Take care. Say hi to everybody at Power Electronics.

Bye
Stefan

From: Gopal Mondal
To: Stefan Staehli

Hi Stefan,
This is the link:
http://bmser.bengalimatrimony.com/cgi-bin/viewprofile.php?id=B364620
you open a account in this site and then you can contact her :)). But you have to marry her, it is not only for boyfriend :).
ok, hope to see you soon
take care
Gopal

From: Stefan Staehli
To: Gopal Mondal

Hey Gopal

Thank you! That is wonderful. She looks even better than I remember her from soccer practice. :-) I think I'll sign up and try to marry her... Although I definitely don't fullfill all the requirements. I am not Non-Mangalik, Debgan/Debarigan...

But you guys go for it! You, Anandrup, Tanmoy! Now it's the time to act!

Take care. See you soon!

Bye
Stefan

From: Gopal Mondal
To: Stefan Staehli

dont worry about that. these requirements are given by her parents so if you talk with her and convince her that will be final:))
I am not interested in her so i will not try
I wish you all the best
Gopal

Schlussbemerkung: Wir hoffen hier jetzt alle, dass sich unser Trainer Tanmoy doch noch einschreibt. Er erfuellt ja fast alle Kriterien. Und er ist bekanntlich derjenige, der sich am meisten fuer Rumki interessiert. Nicht einfach, das Ganze, aber hoffen wir das Beste fuer Tanmoy...
Eines zumindest ist sicher: Rumki wird bald unter der Haube sein! Und wer sich jetzt nicht einschreibt, der kommt womoeglich zu spaet. Fuer immer...

Monday, December 31, 2007

Toefflitour Diaries 9

Sonntag, 31.12.2007

Standort: Delhi

Fahrer:
Zustand: Gut.

Scooter:
Gefahrene Kilometer: Isch doch glich! (Kilometerzaehler ist kaputt.)
Zustand: Gut.
Reparaturen: Keine.

Bemerkungen: Ende der Toefflitour.

Und fuer alle Pakistanis: A very happy new year, auch ohne Benazir...

Tuesday, December 25, 2007

Toefflitour Diaries 8

Dienstag, 25.12.2007

Standort: Dharamsala, Himachal Pradesh

Fahrer:
Zustand: Gut.

Scooter:
Gefahrene Kilometer: Isch doch glich! (Kilometerzaehler ist kaputt.)
Zustand: Gut.
Reparaturen: Keine.

Bemerkungen: Ich bin jetzt in Dharamsala. Das ist da wo der Dalai Lama wohnt. Ich habe mich gestern mit dem Dalai getroffen. (Wir haben auch gleich dutzis gemacht. Ich sage ihm Dalai, er sagt mir Steffu...)



Save Tibet!

Friday, December 21, 2007

Toefflitour Diaries 7

Freitag, 21.12.2007

Standort: Chandigarh, Chandigarh

Fahrer:
Zustand: Gut und happy. Tolle Stadt!

Scooter:
Gefahrene Kilometer: Isch doch glich! (Kilometerzaehler ist kaputt.)
Zustand: Gut.
Reparaturen: Keine.

Bemerkungen: Foto des Tages. Nein... Foto des Jahres!!!

Peinliche Begegnungen am Strassenrand, oder: Doggystyle in Uttaranchal.

Saturday, December 15, 2007

Toefflitour Diaries 6

Samstag, 15.12.2007

Standort: Rishikesh, Uttaranchal

Fahrer:
Zustand: Wieder gut... Bis gestern, nicht sehr gut. Kalt! Und der Magen, dieser Sauhund! Zwei Tage gefastet...

Scooter:
Gefahrene Kilometer: Isch doch glich! (Kilometerzaehler ist kaputt.)
Zustand: Wieder gut! Aber dreckig.
Reparaturen: Schalthebel ausgewechselt nach Bruch. (Endlich einmal ein richtiger Defekt!). Pneus aufpumpen.

Bemerkungen: Rishikesh ist die Yoga- und Meditationskapitale von Indien. Das ist sehr inspirierend. Heute habe ich folgendes Gedicht herbeimeditiert:

Ashram

Ein Ashram ist besser als keiner,
ein grosser Ashram ist besser als ein kleiner,
ein alter Ashram ist besser als ein neuer,
ein billiger Ashram ist besser als ein teuer,
ein voller Ashram ist besser als ein leerer,
ein Ashram mit Guru ist besser als einer mit Lehrer.

Thursday, December 6, 2007

Toefflitour Diaries 5

Samichlousetag, 6.12.2007

Standort: Lucknow, Uttar Pradesh

Fahrer:
Zustand: Sehr gut.

Scooter:
Gefahrene Kilometer: Isch doch glich! (Kilometerzaehler ist kaputt.)
Zustand: Immer noch sehr gut!
Reparaturen: Keine.

Waewus Poetry Slam of the day: Der Inder in der Inderin. (Mhuahahahahah...)

Saturday, December 1, 2007

Toefflitour Diaries 4

Samstag, 1.12.2007

Standort: Allahabad, Uttar Pradesh

Fahrer:
Zustand: Koerper: Gut. Seele: Mittel. (Hat Heimweh nach de Baerge, nach em Schoggi und em Wii...)

Scooter:
Gefahrene Kilometer: Isch doch glich! (Kilometerzaehler ist kaputt.)
Zustand: Immer noch sehr gut!
Reparaturen: Keine.

Bemerkungen: Ich habe jetzt den Ganges erreicht. Darauf hatte ich mich schon lange gefreut. Ich habe dann sogleich ein Bad in diesem heiligen Fluss genommen. Ich war ja diesen Sommer nie in der Aare... und fuer etwas habe ich ja die Badehosen mitgenommen, oder? Fazit: Was uns Bernern gut ist, ist den Indern schon gange recht.


Zur Illustration noch dieses Bild vom Ufer des Ganges: Ich bin der Helle mit den behaarten Bauch im hinteren Teil der vordersten Reihe. Ein Gedraenge fast wie beim Schoenausteg!

Thursday, November 22, 2007

Toefflitour Diaries 3

Donnerstag, 22.11.2007

Standort: Bhopal, Madhya Pradesh

Fahrer:
Zustand: Gut. Rueckenweh und Aeckegstabi vom vielen Scooterfahren.

Scooter:
Gefahrene Kilometer: 3840
Zustand: Immer noch sehr gut!
Reparaturen: Keine.

Waewus Weisheit des Tages: Je aermer die Gegend, je slummiger das Quartier, desto schoener die Inderinnen.

Monday, November 19, 2007

Toefflitour Diaries 2

Montag, 19.11.2007

Standort: Jalgaon, Maharastra

Fahrer:
Zustand: Sehr gut, aber etwas dreckig.

Scooter:
Gefahrene Kilometer: 2720
Zustand: Immer noch sehr gut!
Reparaturen: Kupplungskabel wechseln, Pneus aufpumpen, Waschen

Weitere Bemerkungen:
Habe meine Ernaehrung voellig umgestellt seit ich alle paar Tage bei jemandem zu Besuch bin. Zu Besuch: Fressen von Morgen bis Abends, soviel es geht und noch mehr. Ich habe keine andere Wahl, das Essen wird dir einfach auf das Teller geknallt ohne zu fragen, und nicht essen geht auch nicht, das wird nicht akzeptiert. Unterwegs: Fasten. Ich halte es jeweils gut zwei Tage lang mit einer bescheidenen Chay-Zuckerrohrsaft-Ziagretten-Diaet aus... Danach habe ich jeweils sogar wieder ein bisschen Hunger...
Ueberigens sorgt dieses indische Essen auch fuer beeindruckende Verdauungsphaenomene! 4 bis 5 Stuhlgaenge pro Tag sind inzwischen nichts Ungewoehnliches mehr fuer mich.

Saturday, November 10, 2007

Toefflitour Diaries 1

Samstag, 10.11.2007

Standort: Kolhapur, Maharastra

Fahrer:
Zustand: Mittel (Diharroea, wegen zuviel Essen bei indischem Gastgeber), sonst gut.

Scooter:
Gefahrene Kilometer: 1870
Zustand: Sehr gut (Holz anlangen!)
Reparaturen: Zuendkerze auswechseln, Motor putzen und einstellen

Unterwegs gesehen:
Toter Hund (Ueberfahren)
Tote Katze (Ueberfahren)
Toter Leguan (Ueberfahren)
Tote Schlange (Ueberfahren)
Tote Kraehe (Ev. auch ueberfahren)
Tote Sau (war einfach tot)
Tote Ratte (Ueberfahren)
Totes Eichhoernchen (Ueberfahren)
Toter Inder (natuerlich gestorben, war gerade Beerdigung)

Saturday, October 20, 2007

Ayudha Pooja


Heute war Ayudha Pooja. "Ayudha" bedeutet "Waffen" auf Deutsch, "Pooja" bedeutet "Zeremonie" oder so... Ursprünglich ging es darum, an diesem Tag die Waffen zu verehren und zu würdigen, ich glaub... Heute nun machen es die Inder nicht mehr mit den Waffen, sondern mit dem Auto, dem Scooter, der Bohrmaschine, dem Computer, dem Toaster und der Waschmaschine.

An diesem Tag werden die Maschinen verehrt. Die Inder putzen sie und lassen sie einen Tag lang ausruhen.

Im Institut kam ein Hindu-Priester vorbei und segnete all die Computer und Lötkolben und Handys. Mit dem Auto und dem Scooter fresen sie zum Tempel. Mit ein bisschen farbigem Puder, Blumen, ein bisschen Feuer, Räucherstäbchen und zwei Bananenstauden wird das Gefährt gesegnet. Dann müssen sie noch über eine Zitrone fahren, das gehört auch dazu. Oft wird auch die Windschutzscheibe mit Hakenkreuzen und anderen Hindusymbolen verziehrt.

Man muss sie lassen, diese Inder. Chlatsches Volk...



Thursday, October 18, 2007

Inder of the Day: Veerappan

Veerappan begann seine eindrückliche Karriere im Alter von 14, als er zum ersten Mal einen Elefantenbullen erschoss. Während über 20 Jahren wirkten er und seine Bande in den abgelegenen Wäldern in den Bergen im Süden Indiens. Er verdiente Millionen mit dem illegalen Elfenbeinhandel. Geschätzte 200 tote Elefanten später, verlegte er seine Aktivitäten allmählich auf ein nicht mider lukratives Geschäft, den Schmuggel von Sandelholz. Dieses Holz ist äusserst rar und wird wegen des speziellen Duftes weltweit zur Herstellung von Parfüms gebraucht. Es wird geschätzt, dass Veerappan zwischenzeitlich etwa 70% des weltweiten Sandelholzhandels kontrollierte und Holz im Wert von 20 Millionen US$ ins Ausland schmuggelte. Heute kommt Sandelholz in Südindien praktisch nicht mehr vor, Veerappan hat alles abgeholzt.

1986 wurde Veerappan zum ersten Mal ins Gefängnis gesteckt, jedoch nicht für lange Zeit. Nach seiner Flucht begann eine jahrelange Jagd auf den Banditen, die immer groteskere Formen annahm und mit der Zeit ganz Südindien in Atem hielt.

Veerappan war der Polizei und der Armee stets einen Schritt voraus. In einem Gebiet so gross wie der Kanton Bern, das grösstenteils aus dichten Dschungel besteht, unterhielt er über 60 Camps, wo er sich versteckte und seinen Elfenbein- und Sandelholzschmuggel betrieb.

Veerappan bezahlte die arme Bevölkerung in der Bergen für ihre Mitarbeit im Schmuggelgeschäft und dafür, dass sie ihn nicht verrieten. Er war bekannt für seine grosszügigen Geschenke in den Dörfern und Tempeln der abgelegenen Bergregion. Dies machte ihn sehr populär.

Gleichzeitig behandelte er alle, die nicht mit ihm kooperierten mit äusserster Grausamkeit. Verräter und Informanten der Polizei liess er foltern oder auf der Stelle umbringen. Er kidnappte und ermordete verschiedene Parkwächter, Angestellte des Forest Service und sogar Regierungsmitglieder der südindischen Bundesstaaten. Im April 1993 überfiel er mit seiner Bande eine Polizeipatrouille und tötete 21 Polizisten. Darauf wurden über 600 Soldaten auf die Jagd nach Veerappan geschickt, jedoch ohne Erfolg.

Nebst seinen eher weniger löblichen Primärinteressen, dem Delinquieren und dem Töten von Elefanten und Polizisten, war Veerappan aber ein äusserst kultiverter Zeitgenosse. Schon nur sein Schnauz, welcher er täglich pflegte, ist in ganz Indien legendär. Er galt als Liebhaber und ausgezeichneter Kenner von indischer Musik. Er las viel und hörte täglich BBC Radio. Ausserdem wird gesagt, dass er über 100 Mal "The Godfather" geschaut habe.

Im Jahr 2000 gelangte Veerappan zu gesamtindischer Berühmtheit, als er den legendären Tamil-Filmschauspieler Rajkumar entführte und über 100 Tage gefangenhielt. Der Schauspieler kam unter mysteriösen Umständen wieder frei, doch die Sache wurde immer wie ungemütlicher. Denn immer mehr wurde klar, was viele Journalisten und Kommentatoren schon lange behauptet hatten: Dass Veerappans jahrelange Flucht nämlich nur dank den korrupten Politikern und Polizeikommandanten der südindischen Bundesstaaten möglich war. Und dass wohl ein beträchtlicher Teil des Elfenbein- und Sandelholzgeldes in den Taschen dieser Politiker landete.

Im August 2002 entführte er einen ehemaligen Minister von Tamil Nadu. Drei Monate später wurde dieser tot im Wald gefunden. Inzwischen waren über 1 Million US$ Kopfgeld auf Veerappan ausgesetzt, die Polizei aus drei verschiedenen Bundesstaaten und die indische Armee machten gemeinsam Jagd auf den Banditen.

Es wurde langsam Zeit, dass diese Geschichte ein Ende nahm und am 18. Oktober 2004 schliesslich ging es Veerappan dann endlich an den Kragen. In einem Gefecht mit der Armee wurde er erschossen. Mit seinem Tod schaffte er es sogar auf die Titelseite der Zeitschrift "India Today".

Damit hat Veerappan einen "Inder of the day" mehr als verdient! Heute jährt sich zum dritten Mal sein Todestag. Veerappan war verheiratet und Vater von 3 Kindern. Später jedoch waren es dann aber nur noch 2. Laut Legende soll er nämlich seine eigene Tochter erwürgt haben, als sie ihn zu verraten drohte...

Tuesday, October 16, 2007

Freuden der Forschung IV (letzter Eintrag!): Schluss

Ich verabschiede mich jetzt von den Sensoren und den Laborindern. Und von der EPFL. Danke für die schöne Zeit! Adieu!

Den Schlusspunkt überlasse ich gerne Tony Clifton, der kann das besser als ich. Ich widme dieses Video der EPFL und allen Alinghifreunden. (Ganz besonders die letzten 2 Sekunden!)

Tony Clifton: EPFL Abschiedsgruss

Monday, October 8, 2007

9. Oktober 1967

Tristeza en la muerte de un héroe

Los que vivimos esta historia,
esta muerte y resurrección
de nuestra esperanza enlutada,
los que escogimos el combate
y vimos crecer las banderas,
supimos que los más callados
fueron nuestros únicos héroes
y que después de las victorias
llegaron los vociferantes
llena la boca de jactancia
y de proezas salivares.

El pueblo movió la cabeza:
y volvió el héroe a su silencio.
Pero el silencio se enlutó
hasta ahogarnos en el luto
cuando moría en las montañas
el fuego ilustre de Guevara.

El comandante terminó
asesinado en un barranco.

Nadie dijo esta boca es mía.
Nadie lloró en los pueblos indios.
Nadie subió a los campanarios.
Nadie levantó los fusiles,
y cobraron la recompensa
aquellos que vino a salvar
el comandante asesinado.

¿ Qué pasó, medita el contrito,
con estos acontecimientos?

Y no se dice la verdad
pero se cubre con papel
esta desdicha de metal.
Recién se abría el derrotero
y cuando llegó la derrota
fue como un hacha que cayó
en la cisterna del silencio.

Bolivia volvió a su rencor,
a sus oxidados gorilas,
a su miseria intransigente,
y como brujos asustados
los sargentos de la deshonrra,
los generalitos del crimen,
escondieron con eficiencia
el cadáver del guerrillero
como si el muerto los quemara.

La selva amarga se tragó
los movimientos, los caminos,
y donde pasaron los pies
de la milicia exterminada
hoy las lianas aconsejaron
una voz verde de raíces
y el ciervo salvaje volvió
al follaje sin estampidos.

Pablo Neruda

Wednesday, September 26, 2007

Cricket crazy part of the world

Liebe Leute, hört, hört, was uns hier in diesen Tagen Freude macht. Gestern ist Indien Weltmeister im Cricket geworden! Und zwar gegen Pakistan... Besser geht es nicht!

Und wenn Indien Cricket Final hat, dann sieht das so aus (Bilder und Kommentare aus der Zeitung "Times of India"):

Fans of Yuvraj Singh, in Chandigarh, hold a bat-shaped cake and send their wishes for the final of the ICC World Twenty20 cricket match. The final will be played between India and Pakistan today in Johannesburg, South Africa.

Team India fans seek divine blessings as MS Dhoni and the boys take on traditional rivals Pakistan in Johannesburg in the finals of the Twenty20 World Cup. India won the toss and decided to bat first.

R P Singh celebrates after bowling Pakistan's Kamran Akmal for a duck during the Twenty20 Cricket World Championship final at Wanderer's Stadium in Johannesburg.

Indian players celebrate after beating Pakistan in the Twenty20 Cricket World Championship Final at Wanderer's Stadium in Johannesburg. India won the match by five runs.

Bollywood actor Shah Rukh Khan celebrates India's victory at the finals of the ICC World Twenty20 where India defeated arch-rivals Pakistan by five runs in Johannesburg, South Africa.

Dhoni and his boys lift the ICC World Twenty20 trophy after beating Pakistan in the finals in Johannesburg, South Africa.

Cricket fans in Mumbai go ecstatic over India's victory in the Twenty20 World Cup. India defeated arch-rival Pakistan by 5 runs at the Wanderers in Johannesburg, South Africa.

Delighted fans storm the roads, waving the national flag in Bangalore after India won the Twenty20 World Cup after defeating arch-rival Pakistan.

Hier die letzten Würfe des Spiels:

YouTube Video 1

Und zum Schluss gibts noch den Weltrekord von Yuvraj Singh aus dem Vorrundenspiel gegen England: 6 Sixes nacheinander...

YouTube Video 2

Voilà, darum sind hier alle fröhlich heute...

Monday, September 24, 2007

Finales Desaster!

Manchmal wäre es gäbig, wenn dieser blöde Blog bloss nicht wäre... Zum Beispiel jetzt. Dann müsste ich jetzt nicht über den Final von gestern berichten. Aber ich will ja kein Schlappschwanz sein, sondern ein harter Siech, bis am Schluss. Also, hier kommt das Resultat vom Final:

CEDT - Solid State Physics 0 - 7

Anzufügen wäre noch, dass der Schiri ein achtes Tor aus Goodwill wegen Offside fälschlicherweise aberkannte. Und dass er sowieso andauernd Fehlentscheide zu unseren Gunsten machte, in der Hoffnung, das Spiel würde etwas interessanter werden. Und anzufügen wäre noch, dass wir null Mal auf das Tor geschossen haben. Und dass einfach alles an uns schlecht war gestern... Nun herrscht allgemeines Wundenlecken beim Team CEDT.

Egal, als Preis für unseren zweiten Platz bekamen wir von der Uni einen gebrauchten Fussball als Trophäe und für jeden Spieler ein (noch nicht gebrauchtes) Tshirt über. (Der Preis für die Siegermannschaft war ein nigunaguneuer(!) Fussball...)

Und, angesichts der eher tristen Nachrichten, sei hier noch folgende Randbemerkung erlaubt: "Stiifen" vom Team CEDT wurde als bester Spieler des Turniers ausgezeichnet. Das freut! (Preis: 1000.- Rupien Sonnenbrillengutschein) Ob's nun indische Gastfreundschaft oder wirklich so war, sei mal dahingestellt.

Fazit: Jetzt ist fertig geschuttet. Endlich kann ich wieder pennen am Morgen und muss nicht jeden Tag um 6h30 aufstehen und auf diesen Bitz hinaus ins Schuttraining gehen. Auch das freut!

Fotos vom Final: CEDT bekommt grausig eines auf die Fresse!

Friday, September 21, 2007

Im Final!

Der CEDT Sturmlauf geht weiter...

CEDT - MBA 1 : 0

CEDT brillierte einmal mehr mit einer tadellosen Defensivleistung. Das entscheidende Tor erziehlte Anirbhan in der zweiten Halbzeit. Er verwandelte einen Freistoss aus 20 Metern.

CEDT muss am Sonntag im Final auf seinen Spielmacher Gopal verzichten. Er schied nach einem unglücklichen Zusammenprall mit einem Teamgefährten verletzt aus. Diagnose: Jochbeinfraktur.

Monday, September 17, 2007

Tagebuch

Lieber Blog

Es wird langsam Zeit, dass ich hier fertig werde. Raus aus diesem Labor, weg von meinen Laborindern. Ich halte es bald nicht mehr aus. Du hast es dir sicher schon gedacht...

Meine Laborallergie wird jeden Tag stärker. Heute passierte es zum ersten Mal, dass ich zwei Mal am gleichen Tag davonlief. Raus! Ruhe!

Das erste Mal, als sie gegen Mittag wieder ihre Töpfchen mit dem Reis und den so super fein riechenden Sösschen und Gemüsen hervorkramten, und zwischen den Computern zu mampfen begannen. Und genüsslich schmatzten und sich ihre verschmierten Finger leckten. Ach bitte, ihr Guten, tut mir doch wenigsten EINMAL den Gefallen und fresst woanders. Warum um alles in der Welt müsst ihr euer Reis fressen, während ich 2 Meter daneben meine Diplomarbeit am schreiben bin.

Und dann, gerade vorhin, fingen sie wieder zu schwatzen an, wie jeden Abend. Quer durch das Labor, hin und her, eine fröhliche Plauderei! In ihrer huren ille-ulle-ulle-ille-Sprache. Herrgott, muss das sein, jeden Tag... Sagt der eine: "Ille ulle alle ille ullo". Darauf der andere: "Ulle alle alle ullo illo". Und so weiter, und dann wird gelacht und sich amüsiert. Und irgendwann knalle ich mein Bleistift auf das Pult und laufe davon. Und denke dabei Dinge, die man hier leider nicht schreiben kann...

Ach, lieber Blog, ich möchte ja nicht so sein. Aber ich weiss es bereits jetzt, morgen, sobald sie wieder im Labor sind, werde ich mich wieder nerven... Was soll ich tun, lieber Blog? Ich möchte ja bloss meinen Bericht schreiben... Ok, du hast ja recht, ich weiss, es geht nicht mehr lange...

Bis bald
Stefan