Saturday, October 20, 2007

Ayudha Pooja


Heute war Ayudha Pooja. "Ayudha" bedeutet "Waffen" auf Deutsch, "Pooja" bedeutet "Zeremonie" oder so... Ursprünglich ging es darum, an diesem Tag die Waffen zu verehren und zu würdigen, ich glaub... Heute nun machen es die Inder nicht mehr mit den Waffen, sondern mit dem Auto, dem Scooter, der Bohrmaschine, dem Computer, dem Toaster und der Waschmaschine.

An diesem Tag werden die Maschinen verehrt. Die Inder putzen sie und lassen sie einen Tag lang ausruhen.

Im Institut kam ein Hindu-Priester vorbei und segnete all die Computer und Lötkolben und Handys. Mit dem Auto und dem Scooter fresen sie zum Tempel. Mit ein bisschen farbigem Puder, Blumen, ein bisschen Feuer, Räucherstäbchen und zwei Bananenstauden wird das Gefährt gesegnet. Dann müssen sie noch über eine Zitrone fahren, das gehört auch dazu. Oft wird auch die Windschutzscheibe mit Hakenkreuzen und anderen Hindusymbolen verziehrt.

Man muss sie lassen, diese Inder. Chlatsches Volk...



Thursday, October 18, 2007

Inder of the Day: Veerappan

Veerappan begann seine eindrückliche Karriere im Alter von 14, als er zum ersten Mal einen Elefantenbullen erschoss. Während über 20 Jahren wirkten er und seine Bande in den abgelegenen Wäldern in den Bergen im Süden Indiens. Er verdiente Millionen mit dem illegalen Elfenbeinhandel. Geschätzte 200 tote Elefanten später, verlegte er seine Aktivitäten allmählich auf ein nicht mider lukratives Geschäft, den Schmuggel von Sandelholz. Dieses Holz ist äusserst rar und wird wegen des speziellen Duftes weltweit zur Herstellung von Parfüms gebraucht. Es wird geschätzt, dass Veerappan zwischenzeitlich etwa 70% des weltweiten Sandelholzhandels kontrollierte und Holz im Wert von 20 Millionen US$ ins Ausland schmuggelte. Heute kommt Sandelholz in Südindien praktisch nicht mehr vor, Veerappan hat alles abgeholzt.

1986 wurde Veerappan zum ersten Mal ins Gefängnis gesteckt, jedoch nicht für lange Zeit. Nach seiner Flucht begann eine jahrelange Jagd auf den Banditen, die immer groteskere Formen annahm und mit der Zeit ganz Südindien in Atem hielt.

Veerappan war der Polizei und der Armee stets einen Schritt voraus. In einem Gebiet so gross wie der Kanton Bern, das grösstenteils aus dichten Dschungel besteht, unterhielt er über 60 Camps, wo er sich versteckte und seinen Elfenbein- und Sandelholzschmuggel betrieb.

Veerappan bezahlte die arme Bevölkerung in der Bergen für ihre Mitarbeit im Schmuggelgeschäft und dafür, dass sie ihn nicht verrieten. Er war bekannt für seine grosszügigen Geschenke in den Dörfern und Tempeln der abgelegenen Bergregion. Dies machte ihn sehr populär.

Gleichzeitig behandelte er alle, die nicht mit ihm kooperierten mit äusserster Grausamkeit. Verräter und Informanten der Polizei liess er foltern oder auf der Stelle umbringen. Er kidnappte und ermordete verschiedene Parkwächter, Angestellte des Forest Service und sogar Regierungsmitglieder der südindischen Bundesstaaten. Im April 1993 überfiel er mit seiner Bande eine Polizeipatrouille und tötete 21 Polizisten. Darauf wurden über 600 Soldaten auf die Jagd nach Veerappan geschickt, jedoch ohne Erfolg.

Nebst seinen eher weniger löblichen Primärinteressen, dem Delinquieren und dem Töten von Elefanten und Polizisten, war Veerappan aber ein äusserst kultiverter Zeitgenosse. Schon nur sein Schnauz, welcher er täglich pflegte, ist in ganz Indien legendär. Er galt als Liebhaber und ausgezeichneter Kenner von indischer Musik. Er las viel und hörte täglich BBC Radio. Ausserdem wird gesagt, dass er über 100 Mal "The Godfather" geschaut habe.

Im Jahr 2000 gelangte Veerappan zu gesamtindischer Berühmtheit, als er den legendären Tamil-Filmschauspieler Rajkumar entführte und über 100 Tage gefangenhielt. Der Schauspieler kam unter mysteriösen Umständen wieder frei, doch die Sache wurde immer wie ungemütlicher. Denn immer mehr wurde klar, was viele Journalisten und Kommentatoren schon lange behauptet hatten: Dass Veerappans jahrelange Flucht nämlich nur dank den korrupten Politikern und Polizeikommandanten der südindischen Bundesstaaten möglich war. Und dass wohl ein beträchtlicher Teil des Elfenbein- und Sandelholzgeldes in den Taschen dieser Politiker landete.

Im August 2002 entführte er einen ehemaligen Minister von Tamil Nadu. Drei Monate später wurde dieser tot im Wald gefunden. Inzwischen waren über 1 Million US$ Kopfgeld auf Veerappan ausgesetzt, die Polizei aus drei verschiedenen Bundesstaaten und die indische Armee machten gemeinsam Jagd auf den Banditen.

Es wurde langsam Zeit, dass diese Geschichte ein Ende nahm und am 18. Oktober 2004 schliesslich ging es Veerappan dann endlich an den Kragen. In einem Gefecht mit der Armee wurde er erschossen. Mit seinem Tod schaffte er es sogar auf die Titelseite der Zeitschrift "India Today".

Damit hat Veerappan einen "Inder of the day" mehr als verdient! Heute jährt sich zum dritten Mal sein Todestag. Veerappan war verheiratet und Vater von 3 Kindern. Später jedoch waren es dann aber nur noch 2. Laut Legende soll er nämlich seine eigene Tochter erwürgt haben, als sie ihn zu verraten drohte...

Tuesday, October 16, 2007

Freuden der Forschung IV (letzter Eintrag!): Schluss

Ich verabschiede mich jetzt von den Sensoren und den Laborindern. Und von der EPFL. Danke für die schöne Zeit! Adieu!

Den Schlusspunkt überlasse ich gerne Tony Clifton, der kann das besser als ich. Ich widme dieses Video der EPFL und allen Alinghifreunden. (Ganz besonders die letzten 2 Sekunden!)

Tony Clifton: EPFL Abschiedsgruss

Monday, October 8, 2007

9. Oktober 1967

Tristeza en la muerte de un héroe

Los que vivimos esta historia,
esta muerte y resurrección
de nuestra esperanza enlutada,
los que escogimos el combate
y vimos crecer las banderas,
supimos que los más callados
fueron nuestros únicos héroes
y que después de las victorias
llegaron los vociferantes
llena la boca de jactancia
y de proezas salivares.

El pueblo movió la cabeza:
y volvió el héroe a su silencio.
Pero el silencio se enlutó
hasta ahogarnos en el luto
cuando moría en las montañas
el fuego ilustre de Guevara.

El comandante terminó
asesinado en un barranco.

Nadie dijo esta boca es mía.
Nadie lloró en los pueblos indios.
Nadie subió a los campanarios.
Nadie levantó los fusiles,
y cobraron la recompensa
aquellos que vino a salvar
el comandante asesinado.

¿ Qué pasó, medita el contrito,
con estos acontecimientos?

Y no se dice la verdad
pero se cubre con papel
esta desdicha de metal.
Recién se abría el derrotero
y cuando llegó la derrota
fue como un hacha que cayó
en la cisterna del silencio.

Bolivia volvió a su rencor,
a sus oxidados gorilas,
a su miseria intransigente,
y como brujos asustados
los sargentos de la deshonrra,
los generalitos del crimen,
escondieron con eficiencia
el cadáver del guerrillero
como si el muerto los quemara.

La selva amarga se tragó
los movimientos, los caminos,
y donde pasaron los pies
de la milicia exterminada
hoy las lianas aconsejaron
una voz verde de raíces
y el ciervo salvaje volvió
al follaje sin estampidos.

Pablo Neruda