Wednesday, April 25, 2007

Guugl Örss


Da sind die Koordinaten von Google Earth (Einfach Koordinaten kopieren und im Google Earth Suchfeld einfügen). Dieses Fröidi gehört im Jahr 2007 einfach dazu...


Wohnung: 13° 1'8.05"N 77°33'38.41"E

Fruit Juice Corner: 13° 0'58.60"N 77°33'45.64"E

Arbeitsplatz: 13° 1'6.81"N 77°34'14.70"E

Tuesday, April 24, 2007

In eigener Sache

Das hat jetzt überhaupt nichts mit Indien zu tun, aber es liegt mir am Herzen. Ich empfehle euch, die beiden folgenden Dokumentarfilme anzuschauen:

The Empire in the Andes: The war against the poor

Plan Colombia: Guerra Anti-Drogas o Pro-Petróleo?

Sie sind frei und in voller Länge auf dem Internet zugänglich (Hinweis für die harten SF1 und SF2 Freunde unter euch: Keine Angst, dauert nicht länger als eine Episode "Lost" oder "Desperate Housewives"...).

Eigentlich ist Kolumbien ja ein viel zu schönes und viel zu normales Land, um immer nur über diesen elenden Krieg und die Drogen zu sprechen. Aber wenn die wahren Ursachen und Zusammenhänge der Krise so klar präsentiert werden wie in diesen beiden Filmen (die haarsträubende Politik des Präsidenten Uribe, der privatisierte Krieg der USA), lohnt es sich hinzuschauen, finde ich!

Und bitte hört gut zu (schaut nicht nur auf die Bilder...), die Analysen von Adam Isaacson und dem wunderbaren Noam Chomsky sind wirklich eindrücklich.

Warum ich das schreibe? Laut der kolumbianischen Zeitung "El Tiempo" sind in den letzten Wochen wieder über 7000 Personen von den Paramilitärs, der kolumbianischen Armee und den FARC-Guerillas im Süden Kolumbiens aus ihren Dörfern und von ihren Fincas vertrieben worden. Die kolumbianische Regierung und die USA kümmert das natürlich keinen Scheissdreck (die jammern jetzt wieder wegen ihren doofen Amok-Attentätern). Den Rest der Welt und viele, viele Kolumbianer kümmert's leider genau so wenig!

Und zum Schluss, nicht vergessen: "No a la fumigación, abajo con el glyphosato, que lo tomen los norte-americanos!" :-) (Dann gäbe es endlich auch kein "Lost" und kein "Desperate Housewives" mehr...)

Bericht zur Lage in Nariño: Kolumbien-aktuell, 12. April 2007

Saturday, April 21, 2007

Essen: Thali


Thali ist das, was es überall gibt. Vegi Food, auf einem grossen Blechteller serviert. In den kleinen Schalen sind zwei verschieden Reissorten, drei Sösseli und ein Schäli mit so Joghurt drin. Dazu gibt es einen Naan, das ist dieser Fladen in der Mitte. Jede Region in Indien hat sein eigenes Thali, mit unterschiedlichen Sossen und so weiter.

Essen geht dann so: Ein wenig Reis in der Mitte des grossen Teller ausleeren (Naan zuvor wegnehmen, logischerweise...). Danach eine Sosse wählen und auf das Reis leeren. Danach kommt der schönste Teil der Übung: Reis und Sosse mischeln. Das heisst, rechte Hand nehmen und rein damit in die Sosse! Dann das Ganze mal ganz dufte durchkneten... Anschliessen zusammen mit dem Naan geniessen. Wenn alles Reis und alle Sosse weg ist, noch das Joghurt essen und basta... Der Abräum-Inder steht sicher schon hinter dir und schnappt dir ein paar Sekunden nachdem du fertig bist schon das leere Geschirr weg.

Thursday, April 19, 2007

Made in India: Royal Enfield Bullet


Die Royal Enfield Bullet ist das geilste Fahrzeug auf Indiens Strassen. Ein massives Motorrad, mit ziemlich hoffnungslos veraltetem Aussehen und einem Motorengeräusch, das einem von weitem Ehrfurcht und Respekt einflösst und es locker mit einer Harley Davidson aufnehmen könnte.

Die Enfield Bullet ist kein Motorrad für Susis und Sissis. Nicht "SEAT: auto emoción", nicht "Volkswagen: Aus Liebe zum Automobil", nicht "FIAT: driven by passion" und schon gar nicht "Mazda: summm, summm". Sondern: "Royal Enfield: built like a gun, goes like a bullet" (das ist der Slogan der Firma!) Das Logo ist eine Kanone mit der englischen Krone darüber.

Das ist eine richtige Maschine: schwer, hart, laut, hässlich, alt... Nichts für Frauen und Kinder... Kriegsgerät, schon eher! Schweres Geschütz... Schlachterprobt...

Die Royal Enfield Bullet wurde 1932 von der Enfield Cycle Company in England erstmals gebaut. Die Firma stellte bis zu dieser Zeit vor allem Fahrräder, Motoren und Waffen her.

Während dem 2. Weltkrieg baute Royal Enfield Motorräder für die Britische Armee. Darunter auch das Modell "Flying Flea", ein 125cc Motorrad, das zusammen mit den Fallschirmspringertruppen aus dem Flugzeug abgeworfen werden konnte (in einen Stahlrahmen verpackt und mit einem Fallschirm dran...).

4 Jahre nach dem Krieg wurden erstmals Royal Enfield Motorräder in Indien verkauft. 1955 bestellte die Indische Regierung 800 Stück der Enfield Bullet 350cc um die Polizei und die Armee der jungen Nation damit auszurüsten. Das war ein so grosser Auftrag, dass Enfield begann, die Motorräder in Madras zu bauen.

Ab 1962 wurden dann sämtliche Bestandteile der Enfield Bullet in Indien hergestellt. 1970 ging die Britsche Mutterfirma Konkurs. Die Produktion in Indien ging aber weiter und Enfield India wurde ein selbständiges Unternehmen.

Heute sieht die Royal Enfield Bullet noch fast so aus wie vor 50 Jahren und wird in ganz Indien mit Erfolg verkauft. Inzwischen wird es auch als "the motorbike they forgot to stop making" bezeichnet.

Tuesday, April 17, 2007

Freuden der Forschung, Teil 1


Äbsträkt: Nach drei Wochen harter Forschungsarbeit gibt es folgenden bahnbrechenden Durchbruch zu vermelden: Es ist dem Forscher gelungen, die beiden grünen Gerätli auf dem Foto zum Funktionieren zu bringen.

Das hintere Dings sendet Daten an das vordere Dings (es hat dann bunte Lämpli die leuchten wenn Daten kommen!) Das vordere Dings, nun, das ist ein richtiges Biest! Fast wie ein Handy, das sogar SMS verschicken kann! Dieses sendet die Daten dann weiter ins Internet und das ist das Ziel der ganzen Sache. Hurra!

Wer nun Lust hat, das selber auszuprobieren, hier sind die Webseiten mit der Anleitung: www.tinynode.com und www.tinyos.net

Viel Spass!

Monday, April 16, 2007

Top Ten: Schweizer Scheisse

(oder: was es hier nicht gibt und worüber ich auch gottenfroh bin...)

10. Nordic Walking
9. SUV Offroader (Audi Q7, BMW X5, VW Touareg, Porsche Cayenne und andere Riesenautos mit Riesenidioten und Riesenidiotinnen drin...)
8. IKEA
7. Facts: Das Schweizer Nachrichtenmagazin
6. SF1 und SF2 (insb. Sendungen wie "10 vor 10", "SF Börse" und viele andere auch...)
5. Einfamilienhüsli
4. Thömus Veloshop
3. 20 Minuten, Heute, Le Matin Bleu
2. Nespresso
1. Alinghi Kleider

Saturday, April 14, 2007

Inder of the day: Dr. Ambedkar


Dr. Bhimrao Ramji Ambedkar ist eine der wichtigsten Personen der jüngeren Geschichte Indiens. Er wurde am 14. April 1891 geboren und war der erste Kastenlose der eine eine Universität besuchen konnte. Nach dem Studium ging er in die USA und nach England und studierte Recht und Politik.

Nach der Rückkehr nach Indien 1923 begann er sich für die Rechte der Kastenlosen (oder Dalits, wie man hier auch sagt) einzusetzen.

Nach der Unabhängigkeit Indiens 1947 wurde er der erste Justizminister des Landes und mit der Ausarbeitung der Verfassung beauftragt. Er schuf eine Verfassung, die den Dalits und anderen benachteiligten Gruppen viele Rechte garantiert.

Er war ein scharfer Kritiker von Gandhi und seinen Ansichten von den Kastenlosen. Als Ambedkar verlangte, dass die Kastenlosen im Parlament eine gewisse Anzahl Sitze garantiert bekommen, war das scheints gar nicht nach dem Gusto von Gandhi, welcher sogleich beschloss, sich aus Protest zu Tode zu fasten. Das fand Dr. Ambedkar natürlich auch nicht das Gelbe vom Ei und er nahm seine Idee wohl oder übel wieder zurück...

Wegen dem Kastensystem begann er auch zunehmend den Hinduismus zu kritisieren. 1950 konvertierte er zum Buddhismus und mit ihm auch Tausende seiner Dalit Anhänger. Er schrieb dann auch zwei Bücher über den Buddhismus: "The Buddha and his Dhamma" und "The Buddha or Karl Marx"! (Tönt sehr vielversprechend...)

Am 6. Dezember 1956 starb Dr. Ambedkar. Heute stehen in vielen indischen Städten grosse Statuen von ihm. Sein Geburtstag, der 14. April, ist ein offizieller Feiertag und für viele Dalits ist er ein grosses Idol.

Darum ist Dr. Ambedkar heute mein "Inder of the Day".

Friday, April 13, 2007

The God of Small Things


Ich habe wieder ein Buch gelesen: "The God of Small Things" von Arundhati Roy. Das ist eine Geschichte über eine Familie in Kerala, im Süden von Indien. Es ist ein recht trauriges Buch, aber trotzdem noch schön zum lesen, vor allem wegen der beiden Kinder in der Familie.

Was mir auch gefallen hat: Im Buch werden die Weltbank und der IWF für ihre umweltzerstörerische Politik und der moderne Tourismus in Kerala kritisiert.

Thursday, April 12, 2007

Sri Chowdeshwari Fruit Juice Corner


Mein absoluter Favorit auf dem IISc Campus: Sri Chowdeshwari Fruit Juice Corner! Dort gibt es frische Fruchtsäfte zu kaufen. Am Morgen und am Abend gehe ich dort vorbei. Die beiden Inder im Fruit Juice Corner häckseln und mixen den ganzen Tag Früchte wie wild. Mangojuice, Pineapplejuice, Papayajuice, Orangejuice, Musambijuice und so weiter.

Ganz wichtig im Fruit Juice Corner (und in Indien generell...): Beim Bestellen fadengrad "Mangojuice" schreien. Ja nicht etwa noch "Hello" oder "Hi, how are you?" sagen, sonst hören sie dir nachher schon lange nicht mehr zu und deinen Saft kriegst du so nie...

Monday, April 9, 2007

Mysore

Wochenendausflug nach Mysore. Touri sein...

Busfahren. Ankommen. Aussteigen. Angebettelt werden. Weiterlaufen. Ins Hotel gehen. Wieder aus dem Hotel raus.

Zur Touriattraktion gekarrt werden. Ankommen. Aussteigen. Eintritt zahlen. Durch einen Palast geschleust werden. Langweilig finden. Weiterlaufen.

Wieder raus aus dem Palast. Zum Markt gehen. Marktstände anschauen. Verkäufern Kamera vor die Fresse halten und abdrücken. Herumknipsen.

Wieder raus. Angemacht werden:

"Hello... Hello, Sir..."
Weiterlaufen. Nicht umdrehen.
"Where you come from?"
"Europe..." Weiterlaufen.
"Which is your country, Sir?"
"France..."
"Ah... Bonjour... Comment allez-vous? Ca va... Ca va..."
Weiterlaufen. Zeigt mir seine Bambusflöten...
"Very cheap... I make you very good price... Only 200 Rupees..."
"Thank you. It's ok..."
Weiterlaufen. Spielt die (grauenvolle) Melodie vom Titanic Film auf seiner Flöte. Weiterlaufen.
"Just look. Very cheap..."
"It's ok! I'm fine..."
Weiterlaufen.
"Very cheap..."
Weiterlaufen.
"Very cheap... Hello? Do you want to smoke Mariuhana?"

Ich weiss ja nicht, aber irgendwie finde ich es so im Fall nicht so lustig...

Swastika


Die Inder... haben da ein besonderes Flair dafür, den öffentlichen Raum mit Hakenkreuzen in verschiedensten Nuancen zu verschönern. An Strassegeländern, auf Häuserfassaden, beim Ladeneingang, auf der Scheibe des Rikshaws, so ein Hakenkreuz macht sich doch überall ganz gut!
Es ist halt ein altes Glückssymbol der Hindus, ich weiss. Das von den Nazis missbraucht wurde, ich weiss. Historisch belastet, jetzt... Die Europäer haben da eine falsche Wahrnehmung, ist schon gut, ich weiss.
Aber trotzdem... manchmal sind diese Hakenkreuzdekors hart an der Grenze des schlechten Geschmacks. Kürzlich fanden an der Uni irgendwelche Wahlen statt. Die Kandidaten präsentierten sich in Gruppen auf grossen Plakaten, mit Foto, Namen und Funktion. Bei einem der Plakate war neben jedem Foto tatsächlich noch ein astreines Hakenkreuz hingemalt. Wohl das Logo ihrer Partei, habe ich mir gedacht... (Hahaha, hohoho, Schenkelklopfer...)

Friday, April 6, 2007

DumDum


DumDum (auf Französich: DoumDoum, auf Englisch: DoomDoom) ist unser Laborhund. Er wohnt in und ums CEDT, dem Institut wo ich arbeite. Fast jeden Tag kommt er auf einen kurzen Besuch im Labor vorbei. Wenn es draussen zu heiss ist, ruht er sich ein Weile zwischen den Computern aus. Ab und zu kratzt er sich, weil es wieder irgendwo am Körper beisst. Sonst schläft er.
Manchmal trifft man ihn im Gang an, dann kehrt er mit Vorliebe gerade um und läuft einem nach. Manchmal ist er in einem anderen Büro. Und häufig weiss man auch überhaupt nicht, wo er gerade ist, DumDum...

Thursday, April 5, 2007

Gandhi

Ich habe ein Buch von Gandhi gelesen (fleissig wie ich bin...). Nebst allerlei Geschichten über Satyagraha (gewaltloser Widerstand), Ahimsa (Nichtverletzung von Lebendem), Swaraj (Indiens Unabhängigkeit) und einigen Anekdoten aus seinem Ashram, liest man seitenlange Beschreibungen über das Fasten und über seine Vegi-Diäten. Was der Unterschied zwischen Kuh- und Ziegenmilch ist. Ob man Eier nur roh oder auch gekocht essen darf. Über die Obstesser Diät! Über seine Zeit als Erdnussbutter- und Zitroenenesser!

Zwei Abschnitte aus dem Buch haben mir besonders gefallen. Ich werde sie mir merken. Hier sind sie:

"Ich habe im Laufe meiner Erfahrungen gefunden, dass der Mensch oft seine Pläne schmiedet, anscheinend nur, damit sie von Gott wieder umgestossen werden; aber ich habe auch erkannt, dass, wenn das Endziel die Wahrheit ist, das Ergebnis nie schädlich ist und oft besser, als der Mensch erwartet hatte, sooft ihm auch seine Pläne durchkreuzt worden sind."

"Um vollkommene Reinheit zu erlangen, muss ein Mensch emporsteigen über die wiederstrebenden Mächte von Liebe und Hass, von Zuneigung und Abneigung, und muss durch und durch frei werden von aller Leidenschaft in Gedanken, Worten und Taten. ... Die Leidenschaften, diese tückischen Feinde, zu besiegen, scheint mir schwerer, als die Welt mit Waffengewalt zu erobern. Das Wissen um sie hat mich demütig, aber nicht mutlos gemacht. ... Ich muss mich selber zur Null machen. Solange ein Mensch sich nicht aus eigenem freien Willen an die letzte Stelle stellt unter seinen Mitgeschöpfen, ist kein Heil für ihn."

Wednesday, April 4, 2007

Traditional Asian Toilet


Dazu der Originalkommentar aus meinem Indien Reiseführer: "A visit to the loo is not always one of India's more pleasant experiences: public toilets are often filthy and stink. In addition, there is the squatting position to get used to, as the traditional Asian toilet has a hole in the ground, with two small platforms either side for feet instead of a seat. Indians use a jug of water and their left hand instead of paper, a method you may also come to prefer."
So sind halt die Gewohnheiten verschieden und sich an das Neue zu gewöhnen fällt nicht allen leicht. Auch den Indern nicht... Ein Freund aus Frankreich, der bereits in Indien herumgereist ist, hat mir erzählt, dass es an einigen Orten sehr wohl WCs mit Sitz und Schüssel gebe. Und dabei habe er einige Male äusserst verdächtige Fussabdrücke auf der Klobrille entdeckt...

Monday, April 2, 2007

Top Ten: Dramatische Tierbegegnungen in Indien

10. 1 Gecko in meinem Haus
9. 1 Frosch auf dem Heimweg von der Uni
8. Viele Hunde am Pennen auf der Strasse getroffen
7. Weisse Chüngelifamilie auf der Strasse gesehen
6. 2 kleine, junge Affen auf einem Hausdach beim Herumtollen beobachtet
5. Täglicher Besuch des Laborhundes an meinem Arbeitsplatz
4. Viele Kühe mit farbigen Hörnern auf der Strasse und überall...
3. 1 Riesenratte (igitttt...) auf der Mauer direkt hinter meinem Haus
2. 1 Elefant samt Reiter in der Strasse im Yeshwantpur Quartier
1. 1 grosser Affe beim Futtersuchen gesehen