Thursday, January 10, 2008

Inder of the day: Shah Rukh Khan

Shah Rukh Khan ist eigentlich schon seit Monaten auf der Anwaerterliste fuer den "Inder of the Day". Ich habe auch schon mehrmals zu schreiben begonnen, doch irgendwie fand ich nie die passenden Worte und liess es jeweils wieder sein. Jetzt habe ich im Magazin vom Tages Anzeiger einen kurzen Artikel ueber Shah Rukh Khan entdeckt:

Shah! Rukh! Khan!
von Oliver Meiler

Er singt, er tanzt, er schmachtet mit Indien. Indien ist Shah Rukh Khan.

Hier kommt er. Natürlich nicht leibhaftig. Das wäre zu viel, ja das wäre gefährlich. Das wäre, als würden Brad Pitt, George Clooney und Tom Hanks gemeinsam auftreten. Alle in einem. Die dreifaltige Heiligkeit Bollywoods!
Das ist Shah Rukh Khan, 42, Abkömmling einer muslimischen Mittelklassefamilie aus Delhi, Megastar der grössten Filmindustrie der Welt und vielleicht der grösste gemeinsame Nenner einer vielschichtigen, multireligiösen und multikulturellen Gesellschaft, einer Gesellschaft, die sich rasant verwandelt und daran fast zerbricht. Die Filme aus Bollywood sind das klassenloseste, das sinnstiftende Moment dieses Wandels.
SRK hängt in Übergrösse über dem Connaught Place in Delhi – auf einem Plakat seines neuen Films «Om Shanti Om»: viel Karma, viel Musik, viel Tanz. Käme er gleich um die Ecke, der Verkehr würde schnell kollabieren, das Gehupe der Dreiräder würde verstummen, selbst gekrümmte Bettler würden sich aufrichten. Nichts und niemand hat in Indien mehr Öffentlichkeit als dieser Mann.
Es gibt jetzt auch eine Biografie von ihm. «King of Bollywood» heisst das Buch, verfasst von Anupama Chopra, der berühmten Filmkritikerin. Es liest sich wie ein Gesellschaftsroman. Es erzählt die mafiosen Gepflogenheiten Bollywoods, mondäne Anlässe, Glamour. Und es erzählt den Aufstieg eines jungen Mannes, der mit ein paar Tausend Rupien und einem Freund von Delhi nach Mumbai reiste, den Lobbys und den bösen Auguren trotzte, als romantischer Loverboy Karriere machte, den Thron erklomm. «Er herrscht über die Stadt», schreibt Chopra.
Er herrscht über Indien, er verdrängt Realitäten. Shah Rukh Khan versuchte auch andere Rollen, böse, fiel damit aber immer durch. Alles Flops. Die Inder, quer durch alle Klassen, wollen ihn tanzen sehen und singen und schmachten für seine Liebe. Sie wollen träumen und vergessen. Mit SRK. Gleich kommt er um die Ecke. Ganz sicher.

Das Magazin, 51/2007

Naja, dachte ich mir, das ist schon so, aber irgendwie auch nicht der richtige Text. Mit Superlativen und Ausrufezeichen hatte ich es auch schon versucht. Aber Shah Rukh Khan ist irgendwie mehr als das...

Wer diesen Text in der Schweiz liest, merkt doch gar nicht wie es wirklich ist. Fast jeden Abend laufen Shah Rukh Khan Filme im Fernsehen. Kaum je ein Werbeblock ohne mindestens einen Spot mit Shah Rukh Khan. Shah Rukh Khan macht fuer fast alles Werbung wofuer Werbung gemacht wird: Pepsi, Whiskey, Kleider, Autos, Bank, Kosmetikzeugs, Uhren, Kabelfernsehen, Handys, Handyanbieter... Praktisch in jeder Strasse haengt irgendwo ein Film- oder Werbeplakat mit Shah Rukh Khan drauf. Sein groesster Film-Erfolg "Dilwale Dulhanya Le Jayenge" wird seit 12 Jahren ununterbrochen in den Kinos von Mumbai gezeigt. Der Soundtrack von seinem "Om Shanti Om" Film ist seit Wochen ueberall im Radio zu hoeren. Und wenn ich in einem staubigen Lehmhuettendorf ein Paeckli Biscuits esse, ist darauf Shah Rukh Khan abgebildet...

Die Inder nennen ihn nur "King Khan". Das "National Geographic Magazine" schrieb im Februar 2005 einen Bericht ueber Bollywood mit dem Titel "Shah Rukh Khan is God!"... Wie gesagt, nicht einfach, Worte zu finden fuer Shah Rukh Khan.

Shah Rukh Khan an der Arbeit: Irgend in einem Blumenfeld irgend einer Inderin-Schoenheit die Liebe erklaeren.

Shah Rukh Khan auf der Titelseite.

Shah Rukh Khan auf dem Werbeplakat.

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