Sania Mirza (geboren am 15. November 1986 in Hyderabad) ist Tennisspielerin. Sie ist zurzeit die bekannteste Sportlerin Indiens. Und auch die Umstrittenste.Im Februar 2005 gewann sie als erste Inderin überhaupt ein WTA Turnier. Seither spielt sie an den grossen Turnieren mit, jedoch mit bescheidenem Erfolg. Meist kommt sie nicht über die erste oder zweite Runde hinaus. Das tut ihrer Popularität aber keinen Abbruch. Denn genauso wie bei einigen ihrer WTA-Kolleginnen auch, kümmert sich die Öffentlichkeit gar nicht so sehr um ihre Resultate.
Das Frauentennis hat ja inzwischen ein derartiges Sexyheits-Niveau erreicht, dass die Sportreporter und die Fernsehzuschauer ihre Augen während dem Spiel sowieso nicht mehr primär auf den Ball richten. Da gibt es genug zu sehen entlang der Grundlinien!
Allein die Outfits, die Frisur, die Werbe- und Modeauftritte, kleinste Anzeichen von Übergewicht, der schlechte Englischakzent und natürlich jenste Geschichten neben dem Platz liefern genug Gesprächsstoff. Das war bei Anna Kurnikova und ist bei Maria Scharapowa so, und das ist hier bei Sania Mirza nicht anders. Um so mehr, als sie Inderin ist, und Muslimin.
Vor allem diese Kleidchen machen den bekanntlich wenig modebewussten islamischen Klerikern zu schaffen. Nicht Hijab-konform, ist ihr Urteil. Im September 2005 hat der Vorsitzende des Ulema Ausschusses von Hyderabad, Syed Yousaf Bin, angeblich sogar eine Fatwa ausgerufen gegen die junge Inderin. Sie habe einen verheerenden Einfluss auf die Jugend. Und die islamistische Gruppe Jamiat-ulema-e-Hind drohte einmal damit, einen ihrer Matchs zu blockieren.
Auch sonst ist das Leben als indisches Tennis-Flittchen manchmal schampar kompliziert. Letztes Jahr wollte sie in einem Doppel Match mit der Israelin Shahar Peer antreten. Doch auch da hatten die Koranbrüder etwas dagegen und als sie mit heftigen Protesten drohten, liess Sania Mirza es halt sein.
Andererseits ist sie aber auch zu einer Botschafterin und einem Vorbild in Sachen Inderinnen-Emanzipation geworden.
Doch der grossen Mehrheit der jungen Inder ist das alles ziemlich egal. Die sind vor allem froh, dass dank ihr jetzt WTA Tennis im indischen Fernsehen gezeigt wird. Und dass sie ihr bei den Matchs zuschauen können. Auch wenn sie meistens verliert. Burkhas sind das ja bekanntlich nicht gerade, was die Spielerinnen dort auf diesen Plätzen anhaben. Und darauf kommt es schliesslich an...
1 comment:
Und wieder einmal kam Sania Mirza nicht sehr weit. Gestern schied sie in Wimbledon in der zweiten Runde aus...
"Sania crashes out of Wimbledon"
Und auch ihre israelische Doppelpartnerin (die eben tatsächlich eine Frau ist... :-) ) gibt wieder zu reden:
"Pairing with Sahar is a tennis decision"
Aber gewinnen oder nicht gewinnen, paaren oder nicht paaren hin oder her, hauptsache es gab wieder ein paar schöne Bilder von ihr:
Times of India: Pictures
Post a Comment