Es gibt Neues von Mathilde und Yohan. Sie waren ja unterdessen ein paar Wochen zurück in Frankreich, die NGO hat ihnen die Flüge offeriert. Zuerst eine traurige Nachricht: Mathilde ist nicht mehr da. Ist nach dem Aufenthalt in Frankreich nicht mehr nach Indien zurückgekehrt. Will wohl neue Herausforderungen suchen für ihr Leben... Yohan ist wieder da, aber Mathilde fehlt. Und wie!
Und eine noch traurigere Nachricht gibt es: Yohan hat den Chauffeur gefeuert! Also, besser gesagt, der Chauffeur hat sich eigentlich eher selbst gefeuert. Er hat nämlich, so wie es scheint, während der Abwesenheit von Yohan und Mathilde mit dem Auto der NGO mal so richtig über die Stränge gehauen. Und das kam dann nicht so gut heraus.
Jedenfalls bekam Yohan einen Tag nach der Rückkehr einen Anruf von einer Garage. Sein Auto sei da bei ihnen, in einem denkbar üblen Zustand. Es sei vor zwei Wochen hier abgegeben worden. Vom Chauffeur selber, so wie ich das verstanden habe. Genau weiss ich aber nicht (Tschuldigung für die schlechte Recherchearbeit, aber ich kann ja den Yohan nicht wie ein Journalist ausfragen, sonst meint er noch, ich schreibe eine Reportage über sein Leben hier...).
Yohan ging darauf in die Garage und fand seinen Wagen derart kaputt, dass man ihn am gescheitesten gerade zum Rupp nach Buchsi gebracht hätte. Das hat ihm dann schwer zu schaffen gemacht. So habe er sich die Rückkehr nach Indien nicht vorgestellt, sagte er.
Der Chauffeur hatte sich inzwischen aus dem Staub gemacht. Er hat wohl gemerkt, dass er Scheiss gebaut hat. Ich stelle mir vor, er hat jetzt eine andere Handynummer und hockt wieder wie früher in seinem Quartier am Boden herum und trink Chay den ganzen Tag lang.
Yohan konnte einem richitg Leid tun. So ohne Mathilde und ohne Chauffeur und mit einem kaputten Auto. Er sagte, er habe sich noch nie so schrecklich gefühlt seit er in Indien ist. Er müsse jetzt schnellstmöglich mit seiner NGO reden, sagte er auch noch. Und sie informieren. Sie haben ja das Auto bezahlt.
Ich weiss jetzt noch gar nicht, wie diese Geschichte zu Ende gehen wird. Jedenfalls gibt es erstmals keine Erdbeertorten mehr für mich, soviel ist sicher. Den Yohan habe ich gestern wieder gesehen. Er hat sich etwas gefangen, er schien schon wieder viel glücklicher zu sein als noch letzte Woche, als er sich so schrecklich fühlte hier in Indien. Ich war sehr erleichtert zu sehen, dass es ihm besser geht!
Wahrscheinlich hat er inzwischen auch mit seiner NGO telefoniert. Und die haben wahrscheinlich prompt auch eine Lösung parat gehabt für sein Problem. Wahrscheinlich haben sie ja noch genug Tsunami Spenden überig. Und wenn man damit mal ein Auto kauft für einen Mitarbeiter, und kurz darauf noch ein zweites, ach, das merkt doch niemand...
Apropos Tsunami Spenden, hier hat es noch weiterführende Literatur: Die Weltwoche, Ausgabe 27/07: 1000 US-Dollar für eine beschädigte Haustür in Sri Lanka
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